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Zimmerpflanzen im Winter gießen: weniger oft, dafür mit Prüfung

Zimmerpflanzen im Winter brauchen weniger Wasser. So prüfen Sie die Erde, gießen richtig und vermeiden Staunässe, wenn die Heizung läuft.

Eine Hand prüft die Erde einer Zimmerpflanze neben einer Gießkanne und einer Wasserschale am Tisch vor dem Fenster.

Im Winter brauchen die meisten Zimmerpflanzen deutlich weniger Wasser als im Sommer. Der Grund ist das geringere Licht, denn dadurch wachsen sie kaum. Gießen Sie deshalb erst, wenn die obere Erdschicht trocken ist, und nehmen Sie zimmerwarmes Wasser. Leeren Sie den Übertopf nach kurzer Zeit. Die trockene Heizungsluft belastet vor allem die Blätter, nicht die Wurzeln.

Warum die Heizung zum Gießen verleitet

Die Heizung läuft seit Wochen. Die Luft im Wohnzimmer fühlt sich trocken an, und die Blattspitzen der Grünlilie werden braun. Der naheliegende Schluss: Die Pflanze hat Durst, also gibt man mehr Wasser.

Doch stimmt das? Oft nicht. Trockene Raumluft und trockene Erde sind zwei verschiedene Dinge. Braune Spitzen können von der Luft kommen, während die Erde im Topf noch feucht ist. Wer dann zusätzlich gießt, verschärft unter Umständen ein ganz anderes Problem. Dieser Beitrag klärt, was im Winter in der Pflanze passiert und woran Sie den richtigen Zeitpunkt zum Gießen erkennen. Außerdem geht es darum, wie Sie der trockenen Luft begegnen, ohne die Wurzeln zu ertränken.

Was im Winter in der Pflanze passiert

Pflanzen gewinnen ihre Energie aus Licht, durch die sogenannte Fotosynthese. Im Winter sind die Tage kurz, und auch am Fenster kommt deutlich weniger Licht an. Die meisten Zimmerpflanzen fahren deshalb ihr Wachstum herunter. Viele Fachleute sprechen von einer Ruhephase.

Weniger Wachstum bedeutet weniger Wasserverbrauch. Die Wurzeln nehmen nur so viel auf, wie die Pflanze tatsächlich braucht. Bleibt der Rest im Topf stehen, entsteht Staunässe, also dauerhaft nasse Erde ohne Luft. Darin können die Wurzeln faulen.

Das Tückische daran: Eine überwässerte Pflanze sieht einer vertrockneten oft ähnlich. Die Blätter hängen, werden gelb oder fallen ab. Ein Blick auf die Erde ist deshalb aufschlussreicher als einer auf die Blätter.

Prüfen Sie die Erde statt den Kalender

Gießen Sie nicht nach einem festen Wochentag. Wie schnell die Erde trocknet, hängt nämlich von Raumtemperatur, Topfgröße und Standort ab. Ein fester Rhythmus aus dem Sommer passt im Winter kaum noch.

Machen Sie die Fingerprobe. Stecken Sie dazu einen Finger etwa zwei Fingerglieder tief in die Erde. Fühlt sie sich dort noch feucht an oder bleibt Erde am Finger kleben, warten Sie mit dem Gießen. Ist sie trocken und krümelig, ist der Zeitpunkt gekommen.

Heben Sie den Topf an, wenn er nicht zu schwer ist. Ein Topf mit trockener Erde wiegt spürbar weniger als einer mit nasser Erde. Nach ein paar Wochen haben Sie dafür ein recht verlässliches Gefühl. Wer es genauer möchte, kann einen einfachen Feuchtigkeitsmesser verwenden, also einen Stab, der in die Erde gesteckt wird und den Wassergehalt anzeigt.

Gießen Sie seltener, aber gründlich

Wenn Sie gießen, dann so, dass die ganze Erde Wasser bekommt. Ein kleiner Schluck alle paar Tage befeuchtet vor allem die oberste Schicht, während die unteren Wurzeln leer ausgehen.

Nehmen Sie zimmerwarmes Wasser. Kaltes Leitungswasser direkt aus dem Hahn kann empfindliche Wurzeln belasten. Eine Gießkanne, die über Nacht in der Wohnung steht, löst das ohne Aufwand.

Leeren Sie danach den Übertopf. Überschüssiges Wasser sammelt sich dort und hält den Wurzelballen dauerhaft nass. Das ist genau die Staunässe, die im Winter vermieden werden sollte. Hier lohnt ein zweiter Blick, vor allem bei dekorativen Übertöpfen ohne sichtbaren Boden.

Gießen Sie, wenn möglich, eher am Vormittag. So hat die Pflanze den hellen Teil des Tages, um das Wasser aufzunehmen.

Begegnen Sie der trockenen Luft anders

Die trockene Heizungsluft ist real. Sie betrifft allerdings vor allem die Blätter, die über ihre Oberfläche Feuchtigkeit verlieren. Mehr Wasser im Topf ändert daran wenig.

Rücken Sie Pflanzen vom Heizkörper ab. In vielen Mietwohnungen sitzt die Fensterbank direkt über der Heizung. Dort ist es zwar hell, aber die aufsteigende warme Luft trocknet die Blätter besonders stark aus. Schon ein Hocker oder ein kleiner Tisch neben dem Fenster kann die Lage verbessern.

Stellen Sie Pflanzen in Gruppen zusammen. Sie geben über die Blätter Feuchtigkeit ab, und in einer Gruppe bleibt diese eher in der Nähe. Zudem hilft eine flache Schale mit Wasser und Kieselsteinen unter oder neben dem Topf. Wichtig dabei: Der Topf steht auf den Steinen, nicht im Wasser.

Lüften Sie stoßweise statt mit gekipptem Fenster. Pflanzen auf der Fensterbank sollten dabei kurz zur Seite.

Nicht jede Pflanze braucht dasselbe

Die bisherigen Hinweise gelten für die meisten gängigen Grünpflanzen. Einige Gruppen weichen allerdings deutlich ab.

Kakteen und andere Sukkulenten speichern Wasser in Blättern oder Stämmen. Sie kommen im Winter mit sehr wenig aus, manche Arten fast ganz ohne. Farne und andere Pflanzen aus feuchten Waldgebieten vertragen dagegen kein vollständiges Austrocknen und reagieren stärker auf trockene Luft. Winterblüher wie der Weihnachtsstern befinden sich in dieser Zeit nicht in Ruhe, sondern in Blüte, und dürften deshalb etwas mehr Wasser brauchen als ruhende Grünpflanzen.

Wer unsicher ist, um welche Art es sich handelt, findet den Namen oft noch auf dem Etikett im Topf. Mit dem Namen lassen sich die Ansprüche gezielt nachschlagen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich Zimmerpflanzen im Winter gießen?

Einen festen Rhythmus gibt es nicht. Entscheidend ist der Zustand der Erde: Gießen Sie, wenn sie in etwa zwei Fingergliedern Tiefe trocken ist. Bei vielen Pflanzen verlängern sich die Abstände im Winter deutlich gegenüber dem Sommer.

Soll ich im Winter düngen?

In der Regel nicht oder nur sehr sparsam. Pflanzen in der Ruhephase nehmen kaum Nährstoffe auf, der Dünger bleibt in der Erde. Ausnahmen sind blühende Winterpflanzen. Mit dem Düngen beginnen Sie wieder, wenn im Frühjahr neue Triebe erscheinen.

Meine Pflanze bekommt gelbe Blätter. Gieße ich zu viel oder zu wenig?

Beides ist möglich. Machen Sie die Fingerprobe: Ist die Erde nass, liegt eher zu viel Wasser vor; ist sie staubtrocken, zu wenig. Riecht die Erde muffig, könnte bereits Wurzelfäule im Spiel sein. Dann hilft unter Umständen nur Umtopfen in frische, trockene Erde.

Was mache ich mit meinen Pflanzen, wenn ich über die Feiertage verreise?

Für ein bis zwei Wochen reicht im Winter oft ein gründliches Gießen kurz vor der Abreise. Drehen Sie die Heizung nicht ganz ab und stellen Sie die Pflanzen etwas vom Heizkörper weg. Für längere Abwesenheiten bleibt der Schlüssel bei der Nachbarschaft die verlässlichste Lösung.

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