← Alle Ausgaben

Jahrgang 1Wochenausgabe · KW 4426. Okt. – 1. November 2026

eyeye Zeitung

Geschrieben von Redaktionen, die keine eigene Website brauchen

eyeye Redaktion

Willkommen in der eyeye Zeitung

Eine Zeitung für alle Redaktionen, die schreiben, aber keine eigene Website brauchen. Was sie ist, wie sie funktioniert und warum wir sie gebaut haben.

Von Die eyeye Redaktion · 30. Oktober 2026

Sechs farbige Balken in den Farben der Redaktionen, davor ein gelber, lächelnder Kreis

Es gibt Redaktionen, die schreiben großartig — und haben trotzdem keinen Ort dafür. Die Rösterei, deren Inhaber mehr über Kaffee weiß als jedes Fachmagazin. Die Steuerkanzlei, die endlich verständlich erklären will, was eine Pauschale ist. Das Netzwerk aus dem Mittelstand, das jede Woche etwas Neues über KI im Betrieb lernt. Für sie alle gibt es ab heute diese Zeitung.

Eine Zeitung, viele Häuser

Die eyeye Zeitung ist der gemeinsame Ort aller Redaktionen der eyeye Redaktion. Jede Redaktion bekommt hier eine eigene Seite, in ihrer eigenen Farbe, unter ihrem eigenen Namen. Ihre Beiträge erscheinen dort, auf der Titelseite, im Archiv und in der Wochenausgabe.

Das ist mehr als ein Blog mit vielen Autoren. Eine Zeitung lebt davon, dass man beim Blättern auf etwas stößt, das man nicht gesucht hat. Wer wegen der Steuertipps kommt, bleibt beim Kaffee hängen. Wer den Balkon winterfest machen will, liest danach, wie ein Tischler-Betrieb seine Fachkräfte hält.

Nicht jede Redaktion braucht eine eigene Website. Aber jede Redaktion verdient Leser.

aus dem Konzept der eyeye Zeitung

Wie ein Beitrag hierher kommt

In der eyeye Redaktion entsteht ein Beitrag so wie immer: Auftrag, Briefing, Text, Lektorat, Freigabe. Am Beitrag steht die Zeile „Erscheint auf“ — dort hängt man die eyeye Zeitung als Kanal an. Sie ist ein Kanal wie jede andere Website, nur ohne Hosting, ohne Domain und ohne Technik auf der eigenen Seite.

Vor dem Veröffentlichen gibt es eine Vorschau: der Beitrag genau so, wie er hier erscheinen wird, im Satz der Zeitung und in der Farbe der Redaktion. Erst danach geht er live.

Was die Zeitung kann

Sie ist schnell, weil jede Seite fertig gebaut ausgeliefert wird. Sie ist sauber für Suchmaschinen und Sprachmodelle: strukturierte Daten, Sitemap, llms.txt. Sie hat einen RSS-Feed, Seiten für jede Autorin und jeden Autor, ein Register der Themen und eine Wochenausgabe zum Ausdrucken. Und sie hat eine Abendausgabe: oben rechts lässt sich die Zeitung auf dunkles Papier umstellen.

Häufige Fragen

Was kostet es, hier zu erscheinen?

Für Redaktionen der eyeye Redaktion ist die Zeitung ein Kanal wie jeder andere. Es braucht kein eigenes Hosting und keine eigene Domain.

Gehören die Beiträge dann der Zeitung?

Nein. Die Beiträge gehören der Redaktion, die sie geschrieben hat. Wer später eine eigene Website hat, hängt dort einen zweiten Kanal an — die Zeitung kann dann auf das Original verweisen.

Kann ich die Farbe und den Namen meiner Redaktion selbst bestimmen?

Ja. Name, Leitsatz, Farbe und ein kurzer Text über die Redaktion — das legt jede Redaktion selbst an.

Rösterei Nordlicht

Warum guter Kaffee Zeit braucht

Von Mara Lindqvist

Wer bei uns in der Rösterei steht, hört vor allem eines: nichts. Kein Brummen großer Trommeln, kein Zischen im Minutentakt. Unsere Trommel fasst zwölf Kilo, und eine Röstung dauert etwa eine Viertelstunde. Industrielle Anlagen schaffen dieselbe Menge in drei Minuten. Der Unterschied schmeckt man.

Die erste Wartezeit: die Röstung

Eine Kaffeebohne ist ein kleines Labor. In der Hitze laufen Hunderte Reaktionen ab, Zucker karamellisieren, Säuren bauen sich ab, Aromen entstehen. Wer zu schnell röstet, verbrennt die Oberfläche, während der Kern noch roh ist. Das Ergebnis ist bitter und sauer zugleich — der Geschmack, den viele für „Kaffee“ halten.

Geröstete Kaffeebohnen, grafisch dargestellt, in Braun und Schwarz
Gleichmäßig durchgeröstet: Außen und innen hat die Bohne dieselbe Farbe.

Bei einer langsamen Röstung hat die Wärme Zeit, bis in den Kern zu wandern. Die Bohne entwickelt sich gleichmäßig. Wir hören auf den „ersten Crack“, das Knacken, wenn Wasserdampf die Zellstruktur sprengt — und entscheiden dann nach Gehör und Farbe, wann Schluss ist.

Die zweite Wartezeit: das Ruhen

Frisch gerösteter Kaffee ist nicht frisch genug, sondern zu frisch. Er gast noch Kohlendioxid aus, und das stört beim Brühen: Das Wasser erreicht das Pulver nicht gleichmäßig. Wir lassen jede Röstung mindestens fünf Tage ruhen, bevor sie die Rösterei verlässt. Espresso bekommt gern zwei Wochen.

Die meisten Fehler beim Kaffee passieren, weil jemand keine Geduld hatte. Meistens war ich das.

Mara Lindqvist, Röstmeisterin

Die dritte Wartezeit: Ihre

Die letzte Wartezeit liegt bei Ihnen. Mahlen Sie erst kurz vor dem Brühen. Gemahlener Kaffee verliert innerhalb von Minuten einen großen Teil seiner Aromen — der Duft beim Mahlen ist das, was der Tasse später fehlt, wenn man vorgemahlen kauft.

Vom Rohkaffee zur Tasse

  • Sonne über gestreiftem Horizont in Brauntönen
    Morgens um sechs: Die Trommel heizt vor.
  • Grafischer Handfilter über einer Kanne
    Probebrühen jeder Röstung, jeden Tag.
  • Verstreute Kaffeebohnen auf hellem Grund
    Nach fünf Tagen Ruhe: bereit für die Tüte.

Drei Wartezeiten, keine davon lässt sich abkürzen. Wir finden: Das ist eine gute Nachricht. Es gibt noch Dinge, die man nicht beschleunigen kann.

Weber & Partner

Die Homeoffice-Pauschale richtig nutzen

Von Dr. Helene Weber

Seit der Reform von 2023 ist die Homeoffice-Pauschale deutlich einfacher geworden. Für jeden Tag, an dem Sie überwiegend zu Hause arbeiten, können Sie sechs Euro ansetzen — höchstens für 210 Tage im Jahr, also bis zu 1.260 Euro. Ein eigenes Arbeitszimmer brauchen Sie dafür nicht; der Küchentisch genügt.

Was die Pauschale abdeckt

Die Tagespauschale deckt die Kosten für die Wohnung ab, die durch die Arbeit zu Hause entstehen: anteilige Miete, Strom, Heizung. Nicht abgedeckt sind Arbeitsmittel. Den Schreibtischstuhl, den Monitor oder die Software setzen Sie zusätzlich und getrennt an.

Die Pauschale ist kein Geschenk, sondern eine Vereinfachung. Wer sie kennt, verschenkt nichts.

Dr. Helene Weber

Wann das Arbeitszimmer mehr bringt

Haben Sie ein häusliches Arbeitszimmer, das den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen Tätigkeit bildet, können Sie statt der Tagespauschale entweder die tatsächlichen Kosten absetzen oder eine Jahrespauschale von 1.260 Euro wählen. Die tatsächlichen Kosten lohnen sich vor allem in teuren Städten und bei großen Räumen — dann aber mit sauberen Nachweisen.

Welche Nachweise Sie brauchen

Für die Tagespauschale genügt eine nachvollziehbare Aufstellung der Homeoffice-Tage. Ein einfacher Kalender reicht, in dem Sie die Tage markieren. Wichtig ist, dass er die Tage zeigt, an denen Sie überwiegend zu Hause gearbeitet haben.

Häufige Fragen

Gilt die Pauschale auch für Angestellte?

Ja. Die Tagespauschale gilt für Angestellte und Selbstständige gleichermaßen. Bei Angestellten fließt sie in die Werbungskosten ein.

Kann ich Pendeltage und Homeoffice-Tage mischen?

Für einen einzelnen Tag gilt entweder die Entfernungspauschale oder die Homeoffice-Pauschale. Über das Jahr verteilt dürfen Sie beides kombinieren.

Ersetzt dieser Beitrag eine Beratung?

Nein. Er erklärt die Grundzüge. Ob und wie sich das für Sie rechnet, hängt vom Einzelfall ab — dafür sind wir da.

Werkbank Mittelstand

KI im Betrieb: Die ersten drei Schritte

Von Katrin Albers

In unserem Netzwerk gibt es zwei Sorten Betriebe: die, die eine KI-Strategie haben, und die, die KI benutzen. Die Schnittmenge ist erstaunlich klein. Wir haben drei Betriebe gefragt, wie sie angefangen haben — eine Metallbaufirma, einen Sanitärbetrieb und eine Druckerei.

Schritt eins: die lästigste Aufgabe finden

Alle drei haben nicht mit einem Projekt begonnen, sondern mit einer Frage im Team: Welche Aufgabe nervt euch jede Woche am meisten? Bei der Metallbaufirma waren es Angebotstexte. Beim Sanitärbetrieb die Zusammenfassung von Kundentelefonaten. In der Druckerei das Prüfen von Druckdaten auf Standardfehler.

Wir haben nicht gefragt, was KI kann. Wir haben gefragt, was uns den Freitag verdirbt.

Inhaber eines Metallbaubetriebs, 24 Mitarbeitende

Schritt zwei: klein und messbar testen

Jeder Betrieb hat vier Wochen lang eine einzige Aufgabe mit KI erledigt — parallel zum alten Weg. Gemessen wurde zweierlei: die Zeit und die Zahl der Nachbesserungen. Die Angebotstexte gingen von durchschnittlich vierzig auf zwölf Minuten zurück. Die Nachbesserungen blieben gleich. Das war das eigentlich gute Ergebnis.

Drei ineinandergreifende Zahnräder in Grün, Schwarz und Gelb
Werkzeug, nicht Wunder: KI greift dort, wo schon ein Ablauf existiert.

Schritt drei: Regeln, bevor es alle machen

Bevor die Werkzeuge im ganzen Betrieb genutzt wurden, gab es eine Seite mit Regeln. Was darf hinein, was nicht? Kundendaten, Preise, Personaldaten — das sind die Punkte, an denen es ernst wird. Die Druckerei hat sich für einen Anbieter mit Rechenzentrum in der EU entschieden, die anderen beiden haben Kundendaten vor der Eingabe entfernt.

Was alle drei sagen

Der größte Gewinn war nicht die gesparte Zeit. Es war, dass die Mitarbeitenden selbst angefangen haben, Aufgaben vorzuschlagen. Wer einmal erlebt, dass eine lästige Arbeit verschwindet, sucht die nächste.

Stadtgarten Kollektiv

Der Balkon im Winter: Was jetzt zu tun ist

Von Lio Brandt

Viele Balkonpflanzen überleben den Winter nicht, weil sie erfrieren — sondern weil ihre Wurzeln im nassen, gefrorenen Topf ersticken. Die gute Nachricht: Das lässt sich mit wenig Aufwand verhindern.

Füße hoch

Stellen Sie Kübel auf Holzlatten, Tonfüße oder eine Styroporplatte. So kann Wasser ablaufen, und die Kälte vom Boden erreicht die Wurzeln nicht direkt. Untersetzer kommen im Winter weg; in ihnen steht sonst das Wasser.

Töpfe einpacken, nicht die Pflanze

Eingewickelt wird der Topf, nicht die Pflanze. Jute, Kokosmatten oder alte Decken um den Kübel halten den Wurzelballen warm. Immergrüne Pflanzen brauchen Licht und Luft — eine Plastiktüte darüber ist das Schlimmste, was man ihnen antun kann.

Gießen nicht vergessen

Immergrüne verdunsten auch im Winter Wasser. An frostfreien Tagen sparsam gießen, besonders nach längeren trockenen, sonnigen Phasen. Der häufigste Wintertod ist das Vertrocknen.

Häufige Fragen

Welche Pflanzen müssen rein?

Alles, was aus dem Mittelmeerraum oder den Tropen stammt und nicht ausdrücklich winterhart ist: Oleander, Zitrus, Geranien, Engelstrompeten. Sie überwintern hell und kühl, bei etwa fünf bis zehn Grad.

Was ist mit Kräutern?

Rosmarin, Thymian und Salbei vertragen leichten Frost, aber keine Nässe. Geschützt an die Hauswand stellen und nur wenig gießen.